Winterschlaf?

Winterlich ist es mir gar nicht mehr zumute. Die Vögel singen, die ersten Strahlen der Sonne wärmen uns schon und ein zarter Hauch von Frühling liegt in der Luft. Zumindest am heutigen Tag. Auf unserer Weide gab es nämlich heute sieben Sonnenanbeter zu bestaunen, die ihrerseits die Sonnenanbeter jenseits des Zaunes bestaunten. Natürlich gab es heute, bei diesem Kaiserwetter, viele Spaziergänger und auch Radfahrer. Und natürlich haben die Tiere das Schauspiel genossen „Dochia? Können wir heute wieder Menschen gucken gehen?“. Ja, das konnten sie. Kozak und Haiduc sind ebenfalls bester Laune und balgen sich, was das Zeug hält. Wobei Haiduc die verbliebenen Schneereste gerne nutzt, um sich genüsslich zu wälzen. Als heißblütiger Huzule braucht man im Vorfrühling offensichtlich bereits eine Abkühlung. Und selbst ich muss feststellen, dass meine Wangen frühlingshaft rot glühen. Werfe ich also auch mein wintergrau ab? Der Zaunkönig, den ich am Bach traf, der war jedenfalls schon gänzlich in Stimmung und schmetterte seine Lieder. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ein so kleiner Körper einen solchen Klang hervorbringen kann. Wahrhaft royal war die Vorstellung! Die großen Pappeln im Auwäldchen strotzen nur so voller Leben. Wenn man seinen Kopf ganz weit in den Nacken legt und nach oben in den Himmel schaut – dann sieht man (zumindest heute!) ein Stück helles Blau, vor dem hunderte Knospen schweben. Das Land erwacht! Und ich mit ihm. Die letzten Wochen war ich in eine Art Winterschlaf gefallen. Mein „altes“ Leben und ich kamen nicht so gut miteinander aus und ich fühlte mich irgendwie ausgelaugt, todmüde und kraftlos. Zu allem Übel fing ich mir auch noch eine Erkältung ein – ein Warnstreik meines Immunsystems?! Doch die letzen Tage ging es wieder bergauf. Ich fühle mich nun frischer und habe einen Weg gefunden, die zwei Welten zu verbinden, in denen ich lebe.

Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, aber der Vorfrühling hat mich aus meinem Winterschlaf gerissen und mir Mut gemacht die Veränderungen anzunehmen. Als ich heute durch die Sonne lustwandelte und mir mit Decebal einen Apfel teilte (sind wir ehrlich, er fraß ihn fast ganz allein!) da dachte ich an das vergangene Jahr und um wie viele Erfahrungen ich nun reicher bin. Weise, leider immer noch nicht! Aber wer weiß was der Frühling bringt? Bis dahin bin ich bestimmt ganz ausgeschlafen…

Anbei noch eine Auswahl der schönsten Vorfrühlingsbilder der Büffelei – und ganz bald werden wir dies wohl alles selbst erleben…

 

 

Ich bin wieder hier…

und bring was zu Papier! Ja, sogar die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Aber in der Zwischenzeit brauchte ich tatsächlich etwas Abstand. So schnell bin ich von der Zivilisation überrannt worden. Die Verpflichtungen der modernen Arbeitswelt tragen ebenfalls dazu bei, dass ich mich erst einmal wieder sortieren musste. Aber heute mich ich Euch gerne wieder etwas aus meinem Leben berichten. Das zwar nicht mehr so einfach, aber auch nicht leicht ist. Doch nun zu wirklich wichtigen Themen!

Die Weidenkätzchen blühen schon! Sie die verrückt? Oder die einzig Vernünftigen? Ich weiß es auch nicht, aber es scheint fast so als hätte der Winter seinen Arbeitsbeginn einfach verschlafen: November, Dezember, …, März. Also zumindest gefühlsmäßig. Ja, heute ziert eine dünne, weiße Schneedecke die Landschaft – aber mal ehrlich: Das ist doch kein richtiger Winter! Ein Weichei-Winter! Die Tiere sind auch ziemlich durcheinander: Die Vögel zwitschern aus den Bäumen und überall ist geschäftiges Treiben. Wissen sie etwa, dass wir das Schlimmste schon überstanden haben? Auch bei den Büffeln ist Einiges durcheinander und Dochia zieht wieder diese Tüpfelhyänen-Nummer durch. Also Fell großflächig abwerfen, um dann wieder Neues sprießen zu lassen. Der Büffelei-Alltag hat mich also doch wieder und so creme ich wieder fröhlich Büffelhaut ein und maßregele Haiduc, wenn er die Heuraufe wieder für sich allein haben will. Ganz schön unglamourös? Jein. Was mir schon zu schaffen macht, ist die Tatsache dass ich jetzt natürlich wieder mehr Termine und Verpflichtungen habe als im letzten Jahr. In den Tag hinein leben und nebenbei die Arbeit erledigen? Zurzeit geht es nicht ohne Plan, denn das Buch will auch vorbereitet werden. Aber ich habe mir fest vorgenommen mich nicht dauerhaft überrennen zu lassen von der Zivilisation. Die liegt mir irgendwie nicht! Und immer noch komme ich mir manchmal komisch vor, weil meine Vorstellungen von einem guten Leben nicht in eine Schublade passen und oft auch nicht in das Weltbild von anderen. Das juckt mich aber nicht, denn wer will schon das falsche Leben leben? Ich jedenfalls nicht und so werde ich mich gleich wieder nach draußen begeben – der Stall ist noch nicht gemistet. Ich habe Glück, dass Decebal wohl keine schlechte Bewertung auf hoteltest.com posten wird, wegen des späten Room-Keeping. Aber sicherheitshalber mach ich mich jetzt mal auf den Weg und vielleicht habe ich nachher noch ein paar Fotos für Euch. Jedenfalls melde ich mich hiermit offiziell zurück und der Spatz pfeift weiter munter von meinem Dach: Sie ist wieder hier! Ihr auch?

Winter(r)einfall?

21_01War´s das jetzt etwa? Aus dem diesjährigen Winter werde ich einfach nicht schlau! Das heißt, ich bin mir gar nicht sicher, ob er überhaupt schon da war. Es fühlt sich eher an wie ein Schnupperangebot: „So könnte er aussehen, der Winter! Nur für kurze Zeit!Jetzt zugreifen!“. Die Natur ist ebenfalls leicht irritiert und das treibt seltsame Blüten. Ja, es grünt und sprießt tatsächlich schon an vielen Ecken. Hatte der Winter also einen Einfall und hat sich einfach in den Urlaub begeben? Aber wo ist er denn hin? Immerhin ist es Januar und Väterchen Frost sollte in seinem eisigen Reich herrschen. Jedoch habe ich eher das Gefühl, dass die Frühlingsfee bald um die Ecke lugen wird. Dieser Monat neigt sich fast dem Ende zu und so kann nur noch der Februar die Ehre des Winters retten. Für die Pflanzenwelt könnte Frost jedoch ziemlich gefährlich werden. Eine mollig warme Schneedecke wäre mir also bedeutend lieber. Aber wahrscheinlich finde ich da nicht allzu viele Befürworter? Jedenfalls ist es eindeutig zu warm und mein Körper stellt sich jetzt bereits auf den Modus „Frühjahrsmüdigkeit“ ein. Aber auch die Tierwelt scheint aus dem Tritt gekommen zu sein. Lautstarke Frühlingefühle bei den Büffeln und sportliche Betätigung bei den Pferden – doch es geht noch außergewöhnlicher: Als Krönung, habe ich vor ein paar Tagen Kraniche gesehen. Wirklich wahr! Es waren an die zehn Stück und sie flogen unglaublicherweise in Richtung Norden. Vielleicht war das ein Trüppchen Kranich-Extremsportler auf dem Weg ins Abenteuer? Vielleicht. Oder sie waren Vorboten des bald einziehenden Vorfrühlings und damit ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Aber wer weiß schon, ob sich der Winter in diesem Jahr doch noch blicken lässt?! Bisher war das alles jedenfalls ein ganz schöner Winter(r)einfall!

Büffelei – Das Buch

Liebe Leser! Ja, mein Blog-Urlaub hat ein wenig länger gedauert als 14 Tage. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn jetzt gibt es die Büffelei quasi zum Anfassen:

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Ab dem 5. Mai 2018 überall im Handel erhältlich

Einband Paperback – ISBN : 978-3-905802-38-2
eBook e Pub – ISBN : 978-3-905802-39-9

 

Tagebuch (m)einer Landsucht: 365 Tage – 4 Büffel – 2 Huzulenpferde – und ich …

Ein Jahr lang nichts Neues kaufen, eigenes Obst und Gemüse anbauen, auf Plastik verzichten, sogar die Zahnpasta selbst herstellen, und nur noch einmal die Woche baden. Klingt abenteuerlich? Ist es auch! Mit Neugierde, Hingabe, vier transsylvanischen Büffeln, zwei Huzulenpferden und einer gehörigen Portion Optimismus stürzt sich die ehemalige Schauspielerin Julia Bourmer ins Wagnis „Büffelei“. Doch natürlich hat das Landleben so seine Tücken: wie Nacktschnecken-Invasionen, nervenaufreibendes Plastikfasten, Büffel-Pediküre oder eingefrorene Wasserleitungen. Wird aus der Landlust gar Landfrust?

Witzig, scharfsinnig, manchmal nachdenklich, und immer schonungslos ehrlich erzählt sich Julia Bourmer durch die Jahreszeiten: von bewegenden Erlebnissen mit ihren Tieren, dem Alltag auf dem Kleinsthof, und faszinierenden Naturbeobachtungen. Und warum es theoretisch eine gute Idee ist, sich die Zähne mit Lavaerde zu putzen und was der Signalkrebs mit Donald Trump zu tun hat. Auf ihrer „ökologischen Ochsentour“ schafft sie den Spagat zwischen Naturschutzthemen und Unterhaltung und geht der alles entscheidenden Frage nach, ob weniger denn nun wirklich mehr ist.

 

 

Ein frohes neues Jahr!

Ihr habt doch nicht gedacht, dass ich mich ganz ohne Neujahrsansprache einfach davon stehle, oder?!

Ich wünsche Euch allen von Herzen ein gutes, fröhliches, gesundes, leckeres, nachdenkliches, stressfreies und natürliches Jahr 2018!

Heute sind die ersten Knospen meiner Barbarazweige erblüht und ich habe einen Regenbogen gesehen. Besser kann das neue Jahr wohl nicht anfangen! Macht´s gut und bis bald…

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Da war noch was…!

Es haben mich viele Fragen erreicht in den letzten zwei Tagen. Damit Euch der Kopf nicht allzu schwer wird, möchte ich gerne Klarheit schaffen:

  1. Bueffelei.blog wird weiterhin online sein
  2. Ich werde nicht mehr täglich etwas von mir hören lassen
  3. Aber besondere Erlebnisse & Begebenheiten werde ich gerne teilen
  4. Die nächsten zwei Wochen mache ich allerdings einen Blog-Urlaub
  5. Die Seite wird umgestaltet und mehr Fotos & Infos enthalten
  6. In Kürze gibt es dann auch alle relevanten Neuigkeiten zum Buch 🙂
  7. Ich habe die besten Leser der Welt
  8. Die Büffelei ist nun zu Ende, aber neue Projekte sind bereits in Planung
  9. An dieser Stelle noch ein herzlicher Dank an meine Co-Fotografen Thomas & Naim – für den Beistand und so manchen tollen Schnappschuss (siehe oben!)
  10. Heute Nacht werden 5.000 Tonnen Feinstaub in die Luft geböllert – das sind ca. 17% des jährlich Verkehr-Feinstaubs (Sorry, das musste noch sein!!!)
  11. Heute Nacht werde ich außerdem (nach einjähriger Abstinenz) ein paar völlig ungesunde, aber verdammt leckere Veggie-Würstchen verschlingen (Sorry!)
  12. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir treu bleiben würdet

Wir sehen uns im nächsten Jahr… – Ich freu mich drauf!