Aushilfs-Wetterfee in Sommerlaune

Heute war wieder einmal richtig etwas los bei der Büffelei! Das SWR Fernsehen hatte sich abermals angekündigt. Wetter-Reportage. Was das angeht, sind wir hier ja bereits mit allen Wassern gewaschen und das ist ganz wörtlich zu nehmen. Denn die letzte Wetter-Reportage erinnerte mehr an eine Wasserschlacht, als an eine Vorhersage. Umso verständlicher war die Frage des zuständigen Redakteurs „Hätten Sie etwas dagegen, wenn wir Sie auch einmal bei gutem Wetter besuchen würden?“. Nein, hatte ich nicht und so kamen alle Büffelei-Bewohner heute in den Genuss eines Fernseh-Drehs. Das Team um Wetter-Reporterin Kathrin Illig war nicht nur sehr sympathisch, sondern auch gut gelaunt und so strahlten die Sonne und ich, die Aushilfs-Wetterfee, um die Wette. Das Ergebnis kann man heute Abend ab ca. 19 Uhr in der SWR-Landesschau bewundern und ja, ich kneife die Augen zu!

Die Tiere ließen den Tag ziemlich ruhig angehen. Gerade die Büffel zogen ihr Morgen-Ritual eisern durch und ließen sich nicht durch irgendwelche Drehpläne aus der Ruhe bringen. So gibt es nun auch keine Bilder von wild planschenden Wasserbüffeln. Um den schönen Tag aber nicht ganz zu verderben, erbarmte sich Barosan und legte sich in die Single-Suhle. Das war ziemlich eng, aber Florica kannte keine Gnade und quetschte sich noch hemmungslos dazu. Ja, ja die Frühlingsgefühle! Und tatsächlich umgarnte Herdenchef Decebal heute seine Damen und sah es dementsprechend ungern, dass fremde Männer seine Liebsten begaffen und noch dazu filmen! Aber er beließ es bei einigen warnenden Blicken. Nach einem ordentlichen Heu-Frühstück war es ihm dann auch ziemlich egal und er kaute genüsslich vor sich hin. Bei seiner Körpergröße hat er es wahrscheinlich auch einfach gar nicht nötig eifersüchtig auf Nebenbuhler zu sein? Jedenfalls schaute er in aller Seelenruhe seiner Angebeteten Florica zu, wie sie sich am Nesthäkchen Barosan rieb. Das ist ziemlich cool, denke ich! Ansonsten war aber so gar nichts cool, im Gegenteil:

Es war ziemlich warm und die Sonne brutzelte mittags bereits recht ordentlich. Fast schon sommerlich mutete der Tag an. Doch selbst der Frühling muss sich hier erst noch Bahn brechen. Die Wiesen sind vereinzelt getupft mit blass-lila Blüten des Wiesenschaumkrautes, daneben lugen sonnengelb die ersten Sumpfdotterblumen hervor. Sie leuchten aus dem sattgrünen Gras und sehen dabei wie kleine Sonnen aus. Bei meinem Spaziergang am Bach entlang, habe ich eine Mönchsgrasmücke gesehen, ein unauffälliger Vogel, der aber ein begnadeter Sänger ist – leider, hat es die „Mönchskappe“ nicht ins Fernsehen geschafft. Auch Haiduc, der eine perfekte „Ich-schrubbel-mir-das-alte-Fell-mit-dem-Ast-weg“- Technik entwickelt hat, war einfach nicht bildschirmtauglich. Aber so ist das wohl, die Optik entscheidet mit. Ich habe also Glück gehabt, denn die Eyecatcher im Beitrag sind eindeutig die Hornträger. Immerhin durfte ich als „Pressesprecher“ agieren und aus dem Büffel-Leben plaudern. Nochmal danke an das SWR-Team, es hat Spaß gemacht! Gebadet wurde dann übrigens doch noch! Allerdings ohne laufende Kamera, ganz privat – dafür aber in bester Sommerlaune…

Hier noch ein paar frühlingshafte Impressionen:

 

Wasserbüffel-Wellness

Gestern gelangen mir ein paar wunderbare Schnappschüsse von einer Wasserbüffel-Wellness-Anwendung – fachmännisch ausgeführt von zwei gut ausgebildeten Elster-Kosmetikerinnen. Überhaupt war auf der Weide der Frühling ausgebrochen und eine rosarote Hormonwolke schwebte über der Bachaue „Love is in the air…“ und verständlicherweise möchte die selbstbewusste Büffeldame auch optisch etwas hermachen. Während der Herdenchef Decebal sich, fernab aller weiblichen Reize, ein Nickerchen gönnte, ließen es sich Florica und Dochia so richtig gut gehen. Besonders Dochia konnte diese spezielle Kosmetikbehandlung gut gebrauchen, war sie abermals hormonell gebeutelt – was sich wieder einmal in einem völlig verfrühten Abwurf ihres Winterpelzes äußerte. Aber die halb geschlossenen Augen lassen erahnen, dass das Programm „Elster“ eine Wohltat war.

Barosan hatte irgendwie keine Lust mehr auf die holde Weiblichkeit und so gesellte er sich zu Kozak und Haiduc. Ein ungewöhnliches Jungsellen-Trio stand da unter den Weiden, denn Barosan hob sich körperlich doch recht deutlich von den, im Vergleich, nahezu filigranen Pferdebrüdern ab. Um ehrlich zu sein, sah es wirklich lustig aus! Ein „dicker“ Büffel steht in der Mitte von zwei Kleinpferden. Doch die drei verstanden sich erstaunlich gut und verbrachten den Nachmittag sehr entspannt. Doch gegen Abend kam Leben in die Bude, denn Barosan hatte sich in den Kopf gesetzt, etwas zu spielen. Decebal fand das weniger amüsant, hatte er doch wichtigere Dinge auf der Agenda: Büffelkühe zufrieden machen. Schlafen. Büffelkühe zufrieden machen. Schlafen. Unbedarft und völlig hemmungslos wie er ist, ging Barosan ihm dann so auf die Nerven, dass er letztlich das Weite suchen musste. Ich bin immer wieder überrascht wie schnell so ein Büffel sein kann – zumindest auf Kurzstrecken! Decebal nahm sogar die Verfolgung des Grünschnabels auf, um ihm mal gehörig den Kopf zu waschen. Doch der war gewitzt, schlug ein paar Haken und trollte sich. Nur um dann zwei Minuten später wieder vorstellig zu werden!

Die Mädels ließen sich davon anstecken und rannten im gestreckten Galopp hinterher, wobei Florica auch noch buckelte und Luftsprünge machte. Der Frühling ist also wohl wirklich da, glaubt man der folgenden, frei erfundenen Bauernregel: „Springt der Büffel in die Lüfte – umwehen Dich bald Frühlingsdüfte.“. Während ich also zusehen musste, wie Barosan ein großes Loch in die sowieso lädierte Wiese grub und die Grassoden ebenso schnell dahin flogen, wie die sprintenden Büffel – senkte sich die Sonne herab und tauchte diese ganz und gar anmutige Vorstellung in rotes Licht. Ja, das Landleben hat mich wieder!

Jetzt ist es raus!

Ich werde verrückt, denn ab sofort ist das Büffelei-Buch im Handel erhältlich! Passend zur ersten Buchmesse des Jahres, in Leipzig. Und die hat in diesem Jahr als Gastland Rumänien. Ein Zufall?! Ich kann es kaum fassen und ich möchte mir reflexartig mit der flachen Hand an die Stirn schlagen – aber es ist wahr. Ab heute bin ich ganz offiziell nicht nur Schauspielerin, Leitkuh und Bloggerin – sondern auch Autorin. Und dazu unfassbar stolz und aufgeregt. So etwas macht man schließlich nicht alle Tage. Auch wenn der Tag meiner Buchveröffentlichung ziemlich unglamourös begann, nämlich mit einer liebestoll röhrenden Büffelkuh namens Florica. Aber vielleicht wollte sie mir auch einfach nur gratulieren? Aber eigentlich müssten sich die Büffel selbst feiern, denn ohne sie – keine Büffelei und damit kein Buch! Auch wenn Kozak und Haiduc selbstverständlich ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen haben. So ganz ohne Sidekick kann der Büffel eben auch nicht.

Ich bitte meine Leser nun um Nachsicht, denn gerade die letzten Wochen haben mir wirklich alles abverlangt. Und um ganz ehrlich zu sein, brauche ich eine kleine Pause. Mein Kopf ist randvoll mit Gedanken und ich kam, nach dem Ende der Büffelei, kaum zur Ruhe. Außerdem stelle ich fest, dass ich mich immer noch nicht ganz sortiert habe – dies ist aber unumgänglich für kreatives Arbeiten. Was mich als hoffnungsfrohe Jung-Autorin erwartet, ist so ungewiss wie es der Ausgang des Büffelei-Jahres war. Fest steht, dass ich weiterschreiben möchte!

Außerdem brauche ich dringend ein paar Obstbäume – nein, nicht für mich alleine! Das Naturschutzprojekt Büffelei soll sich schließlich auch weiterentwickeln und ich möchte gerne eine Streuobstwiese anlegen, um so der Artenvielfalt noch weiter auf die Sprünge zu helfen. So habe ich die Möglichkeit ein Buch zu veröffentlichen, gerne angenommen. Und das nicht nur als Selbstbeweihräucherungs-Maßnahme! Na gut, vielleicht ein kleines bisschen!!! Noch wichtiger ist mir jedoch, dass ich mit dem Buch Menschen Mut machen kann, einfach mal etwas anders zu machen! Ich persönlich werde den Erlös des Buches der Natur und den Tieren zugute kommen lassen. Tja, die sündhaftteure Anti-Aging-Behandlung muss ich wohl abschreiben – stattdessen gibt es dann lieber einen extra Schubbelbaum und einen Ball für Barosan. Ich würde das herrlich finden!

P.S. Ich halte also niemanden davon ab, das Buch zu kaufen oder weiterzuempfehlen…

Wir sehen uns, ganz bald – versprochen!

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ISBN : 978-3-905802-38-2
Einband : Paperback
Seiten/Umfang : 584 Seiten – 21,5 x 13,5 cm
Erschienen: 15.03.2018
Gewicht : 780 g
Preisinfo : 24,90 Eur (D)

Auch erhältlich als eBook:

ISBN : 978-3-905802-39-9
Format : eBook ePub
Erschienen : 12.03.2018
Preisinfo : 17,99 Eur (D)

 

 

 

Tagebuch (m)einer Landsucht: 365 Tage – 4 Büffel – 2 Huzulenpferde – und ich …

Ein Jahr lang nichts Neues kaufen, eigenes Obst und Gemüse anbauen, auf Plastik verzichten, sogar die Zahnpasta selbst herstellen, und nur noch einmal die Woche baden. Klingt abenteuerlich? Ist es auch! Mit Neugierde, Hingabe, vier transsylvanischen Büffeln, zwei Huzulenpferden und einer gehörigen Portion Optimismus stürzt sich die ehemalige Schauspielerin Julia Bourmer ins Wagnis „Büffelei“. Doch natürlich hat das Landleben so seine Tücken: wie Nacktschnecken-Invasionen, nervenaufreibendes Plastikfasten, Büffel-Pediküre oder eingefrorene Wasserleitungen. Wird aus der Landlust gar Landfrust?

Witzig, scharfsinnig, manchmal nachdenklich, und immer schonungslos ehrlich erzählt sich Julia Bourmer durch die Jahreszeiten: von bewegenden Erlebnissen mit ihren Tieren, dem Alltag auf dem Kleinsthof, und faszinierenden Naturbeobachtungen. Und warum es theoretisch eine gute Idee ist, sich die Zähne mit Lavaerde zu putzen und was der Signalkrebs mit Donald Trump zu tun hat. Auf ihrer „ökologischen Ochsentour“ schafft sie den Spagat zwischen Naturschutzthemen und Unterhaltung und geht der alles entscheidenden Frage nach, ob weniger denn nun wirklich mehr ist.

 

Alles neu macht der März!

Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke, also wollte ich einfach nicht bis Mai warten!

Nachdem es auf der Büffelei etwas ruhiger geworden ist, gibt es jedoch heute ein paar Neuerungen. So habe ich Euch einen bunten Bilderreigen zusammengestellt – denn viele Leser haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Fotos vermissen. Wir machen gerne alles möglich! Wer das Büffelei-Jahr gerne noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann dies hier tun. Viel Spaß beim Lustwandeln durch die vier Jahreszeiten…

 

Unterkühlt?!

Ja, es ist ziemlich ruhig geworden auf der Büffelei. Ich möchte mich jedoch nicht damit rausreden, dass meine Finger eingefroren sind und ich so gar nichts tippen konnte. Alles Quatsch! Tatsächlich schlage ich mich mit existentiellen Problem herum: Eingefrorene Wasserleitungen, zum Beispiel. Irgendwie hab ich ein Deja vu, denn so begann mein Büffelei-Jahr. Wasserschleppen übern Hof. Doch nun ist es schon März und ich sehne den Frühling herbei. Die Natur ist auch bereits auf Neuanfang eingestellt, doch das Wetter macht einfach nicht mit. Auch bei meinen sechs Freunden, hat der Frühling Einzug gehalten.

Barosan interessiert sich seit Neuestem für Mädchen! Und wir er heute morgen so an Floricas Hinterteil klebte, scheint der „Duft der Frauen“ einfach unwiderstehlich zu sein. Sie hat das allerdings eher irritiert zur Kenntnis genommen, denn ein so junger Galan entsprach wohl nicht ganz ihrem Beuteschema. Er folgte ihr auf Schritt und Tritt und kam mir vor wie einer dieser schmierigen Disco-Casanovas. „Baby, du bist der Hammer! Vermissen die im Himmel nicht einen Engel?“. Die Nummer zog bei Florica ganz und gar nicht und sie schaute sich immer wieder hilfesuchend nach Decebal um. Doch der hatte gerade Pause und stand seelenruhig unter einem Baum und war mit Wiederkäuen beschäftigt. Büffel-Brunst hin oder her. Außerdem saßen gerade zwei Elstern auf seinem Kopf und Rücken und er schien diese Wellness-Anwendung sichtlich zu genießen. Außerdem musste es Barosan ja schließlich irgendwann einmal lernen – also die Sache mit den Bienchen und Blümchen.

Doch Florica wollte keinesfalls als Versuchsobjekt herhalten und so entkam sie ihrem Verehrer. Der hatte irgendwann einfach keine Lust mehr und war ziemlich abgekühlt. Dieser ganze Liebeszirkus ließ Dochia jedoch kalt, sie schälte lieber eine Weide. Florica aber wandte sich ihrem Lieblings-Liebhaber Decebal zu und was dann folgte war alles andere als unterkühlt…

 

 

Winterschlaf?

Winterlich ist es mir gar nicht mehr zumute. Die Vögel singen, die ersten Strahlen der Sonne wärmen uns schon und ein zarter Hauch von Frühling liegt in der Luft. Zumindest am heutigen Tag. Auf unserer Weide gab es nämlich heute sieben Sonnenanbeter zu bestaunen, die ihrerseits die Sonnenanbeter jenseits des Zaunes bestaunten. Natürlich gab es heute, bei diesem Kaiserwetter, viele Spaziergänger und auch Radfahrer. Und natürlich haben die Tiere das Schauspiel genossen „Dochia? Können wir heute wieder Menschen gucken gehen?“. Ja, das konnten sie. Kozak und Haiduc sind ebenfalls bester Laune und balgen sich, was das Zeug hält. Wobei Haiduc die verbliebenen Schneereste gerne nutzt, um sich genüsslich zu wälzen. Als heißblütiger Huzule braucht man im Vorfrühling offensichtlich bereits eine Abkühlung. Und selbst ich muss feststellen, dass meine Wangen frühlingshaft rot glühen. Werfe ich also auch mein wintergrau ab? Der Zaunkönig, den ich am Bach traf, der war jedenfalls schon gänzlich in Stimmung und schmetterte seine Lieder. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ein so kleiner Körper einen solchen Klang hervorbringen kann. Wahrhaft royal war die Vorstellung! Die großen Pappeln im Auwäldchen strotzen nur so voller Leben. Wenn man seinen Kopf ganz weit in den Nacken legt und nach oben in den Himmel schaut – dann sieht man (zumindest heute!) ein Stück helles Blau, vor dem hunderte Knospen schweben. Das Land erwacht! Und ich mit ihm. Die letzten Wochen war ich in eine Art Winterschlaf gefallen. Mein „altes“ Leben und ich kamen nicht so gut miteinander aus und ich fühlte mich irgendwie ausgelaugt, todmüde und kraftlos. Zu allem Übel fing ich mir auch noch eine Erkältung ein – ein Warnstreik meines Immunsystems?! Doch die letzen Tage ging es wieder bergauf. Ich fühle mich nun frischer und habe einen Weg gefunden, die zwei Welten zu verbinden, in denen ich lebe.

Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, aber der Vorfrühling hat mich aus meinem Winterschlaf gerissen und mir Mut gemacht die Veränderungen anzunehmen. Als ich heute durch die Sonne lustwandelte und mir mit Decebal einen Apfel teilte (sind wir ehrlich, er fraß ihn fast ganz allein!) da dachte ich an das vergangene Jahr und um wie viele Erfahrungen ich nun reicher bin. Weise, leider immer noch nicht! Aber wer weiß was der Frühling bringt? Bis dahin bin ich bestimmt ganz ausgeschlafen…

Anbei noch eine Auswahl der schönsten Vorfrühlingsbilder der Büffelei – und ganz bald werden wir dies wohl alles selbst erleben…

 

 

Ich bin wieder hier…

und bring was zu Papier! Ja, sogar die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Aber in der Zwischenzeit brauchte ich tatsächlich etwas Abstand. So schnell bin ich von der Zivilisation überrannt worden. Die Verpflichtungen der modernen Arbeitswelt tragen ebenfalls dazu bei, dass ich mich erst einmal wieder sortieren musste. Aber heute mich ich Euch gerne wieder etwas aus meinem Leben berichten. Das zwar nicht mehr so einfach, aber auch nicht leicht ist. Doch nun zu wirklich wichtigen Themen!

Die Weidenkätzchen blühen schon! Sie die verrückt? Oder die einzig Vernünftigen? Ich weiß es auch nicht, aber es scheint fast so als hätte der Winter seinen Arbeitsbeginn einfach verschlafen: November, Dezember, …, März. Also zumindest gefühlsmäßig. Ja, heute ziert eine dünne, weiße Schneedecke die Landschaft – aber mal ehrlich: Das ist doch kein richtiger Winter! Ein Weichei-Winter! Die Tiere sind auch ziemlich durcheinander: Die Vögel zwitschern aus den Bäumen und überall ist geschäftiges Treiben. Wissen sie etwa, dass wir das Schlimmste schon überstanden haben? Auch bei den Büffeln ist Einiges durcheinander und Dochia zieht wieder diese Tüpfelhyänen-Nummer durch. Also Fell großflächig abwerfen, um dann wieder Neues sprießen zu lassen. Der Büffelei-Alltag hat mich also doch wieder und so creme ich wieder fröhlich Büffelhaut ein und maßregele Haiduc, wenn er die Heuraufe wieder für sich allein haben will. Ganz schön unglamourös? Jein. Was mir schon zu schaffen macht, ist die Tatsache dass ich jetzt natürlich wieder mehr Termine und Verpflichtungen habe als im letzten Jahr. In den Tag hinein leben und nebenbei die Arbeit erledigen? Zurzeit geht es nicht ohne Plan, denn das Buch will auch vorbereitet werden. Aber ich habe mir fest vorgenommen mich nicht dauerhaft überrennen zu lassen von der Zivilisation. Die liegt mir irgendwie nicht! Und immer noch komme ich mir manchmal komisch vor, weil meine Vorstellungen von einem guten Leben nicht in eine Schublade passen und oft auch nicht in das Weltbild von anderen. Das juckt mich aber nicht, denn wer will schon das falsche Leben leben? Ich jedenfalls nicht und so werde ich mich gleich wieder nach draußen begeben – der Stall ist noch nicht gemistet. Ich habe Glück, dass Decebal wohl keine schlechte Bewertung auf hoteltest.com posten wird, wegen des späten Room-Keeping. Aber sicherheitshalber mach ich mich jetzt mal auf den Weg und vielleicht habe ich nachher noch ein paar Fotos für Euch. Jedenfalls melde ich mich hiermit offiziell zurück und der Spatz pfeift weiter munter von meinem Dach: Sie ist wieder hier! Ihr auch?