Wasserbüffel-Wellness

Gestern gelangen mir ein paar wunderbare Schnappschüsse von einer Wasserbüffel-Wellness-Anwendung – fachmännisch ausgeführt von zwei gut ausgebildeten Elster-Kosmetikerinnen. Überhaupt war auf der Weide der Frühling ausgebrochen und eine rosarote Hormonwolke schwebte über der Bachaue „Love is in the air…“ und verständlicherweise möchte die selbstbewusste Büffeldame auch optisch etwas hermachen. Während der Herdenchef Decebal sich, fernab aller weiblichen Reize, ein Nickerchen gönnte, ließen es sich Florica und Dochia so richtig gut gehen. Besonders Dochia konnte diese spezielle Kosmetikbehandlung gut gebrauchen, war sie abermals hormonell gebeutelt – was sich wieder einmal in einem völlig verfrühten Abwurf ihres Winterpelzes äußerte. Aber die halb geschlossenen Augen lassen erahnen, dass das Programm „Elster“ eine Wohltat war.

Barosan hatte irgendwie keine Lust mehr auf die holde Weiblichkeit und so gesellte er sich zu Kozak und Haiduc. Ein ungewöhnliches Jungsellen-Trio stand da unter den Weiden, denn Barosan hob sich körperlich doch recht deutlich von den, im Vergleich, nahezu filigranen Pferdebrüdern ab. Um ehrlich zu sein, sah es wirklich lustig aus! Ein „dicker“ Büffel steht in der Mitte von zwei Kleinpferden. Doch die drei verstanden sich erstaunlich gut und verbrachten den Nachmittag sehr entspannt. Doch gegen Abend kam Leben in die Bude, denn Barosan hatte sich in den Kopf gesetzt, etwas zu spielen. Decebal fand das weniger amüsant, hatte er doch wichtigere Dinge auf der Agenda: Büffelkühe zufrieden machen. Schlafen. Büffelkühe zufrieden machen. Schlafen. Unbedarft und völlig hemmungslos wie er ist, ging Barosan ihm dann so auf die Nerven, dass er letztlich das Weite suchen musste. Ich bin immer wieder überrascht wie schnell so ein Büffel sein kann – zumindest auf Kurzstrecken! Decebal nahm sogar die Verfolgung des Grünschnabels auf, um ihm mal gehörig den Kopf zu waschen. Doch der war gewitzt, schlug ein paar Haken und trollte sich. Nur um dann zwei Minuten später wieder vorstellig zu werden!

Die Mädels ließen sich davon anstecken und rannten im gestreckten Galopp hinterher, wobei Florica auch noch buckelte und Luftsprünge machte. Der Frühling ist also wohl wirklich da, glaubt man der folgenden, frei erfundenen Bauernregel: „Springt der Büffel in die Lüfte – umwehen Dich bald Frühlingsdüfte.“. Während ich also zusehen musste, wie Barosan ein großes Loch in die sowieso lädierte Wiese grub und die Grassoden ebenso schnell dahin flogen, wie die sprintenden Büffel – senkte sich die Sonne herab und tauchte diese ganz und gar anmutige Vorstellung in rotes Licht. Ja, das Landleben hat mich wieder!

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